Der Schwingerkönig wird in diesem zitierten Artikel von 20 Minuten als “Traditionalisten” beschrieben, der aber durchaus mit dem “modernen, urbanen Leben” verbunden ist. Die Definition dazu ist nicht nur noch komisch, ist eher schon peinlich.
Seine elfjährigen Zwillingsbrüder Ruedi und Marcel sind erfolgreiche Jungschwinger und stehen fast jedes Wochenende irgendwo im Schlussgang. Auch seine Herkunft aus Horboden, einem Weiler in der Gemeinde Diemtigen im Berner Oberland, weist ihn als Traditionalisten aus. Doch die familiäre Situation – seine Eltern leben nicht mehr zusammen – entspricht durchaus dem modernen, urbanen Leben.
via 20 Minuten Online
Wenn die eigenen Eltern nicht mehr zusammenleben, dann entspricht man “durchaus dem modernen, urbanen Leben”? Geschiedene Eltern als Zeichen dafür, dass einer, der auf dem Land lebt (=Traditionalist) auch mit der Stadt verbunden ist? Was ist jetzt aber mit Städter, die nicht geschieden sind? Nein bitte, solche plakativen und dualistischen Definitionen sind wirklich nicht aus unserer Zeit – sowas hätte unsere Grossmutter vielleicht noch verkünden können – aber unterdessen schreiben wir doch das 21. Jahrhundert.

Bundespräsidentin Doris Leuthard hat am offiziellen Tag des Eidgenössischen Schützenfestes in Aarau «mehr Menschen vom Kaliber des Schützen» gefordert.
via 20 Minuten Online
Voller Einsatz, hart in der Sache, fair im Umgang: Bundespräsidentin Doris Leuthard wünscht sich von den Schweizerinnen und Schweizern, dass sie es den Schwingern im Ring gleich tun.
via 20 Minuten Online
Tja, wir haben ganz offensichtlich eine tolle Bundespräsidentin, sie ist wirklich volkstümlich und überaus volksverbunden – vor den Sommerferien anfangs Juli brachte sie den Schützen und jetzt nach den Sommerferien Ende August bringt sie den Schwingern in Frauenfeld den Schmus. Pardon, aber diesen ziemlich ironisch gemeinten Kommentar konnte ich mir nicht verkneifen – war das wohl beide Male die selbe Rede, die “Schützen” wurden einfach durch die “Schwinger” ersetzt? Die Hornusser sind jetzt vielleicht etwas beleidigt.

Umfrage
Kaufen Sie sich noch eine letzte 65 Watt Glühbirne?
via 20 Minuten Online
Dass die Glühbirnen verbannt werden, wissen wir unterdessen alle. Vielleicht sind wir ja selber schon vor den fast leeren Gestellen im Supermarkt gestanden, als wir trotzdem noch (die letzten) Glühbirnen kaufen wollten – die sogenannten Stromsparbirnen sind wirklich nicht der Hammer und daran gewöhnt habe ich mich längst noch nicht. Da muss meiner Meinung nach noch ziemlich viel Entwicklungsarbeit geleistet werden, damit ich solche Birnen akzeptabel finde und als Ersatz der alten Glühbirnen sehe.
Aber das wollte ich gar nicht schreiben. Meine Frage war eher: Ja gibt oder gab es denn wirklich jemals 65-Watt Birnen? 40, 60, 75 und 100 Watt Birnen habe ich gesehen und sind hier auch teilweise noch im Betrieb, aber 65 Watt? Muss ja wohl ein Verschreiber sein.

Dass es dies auch heute immer noch gibt – da muss in einer Verkehrsmeldung also vor Gaffern gewarnt werden – einfach unglaublich:
Col de la Givrine: Nyon – La Cure
21.08.2010 – 16:00
Zwischen Nyon und St-Cergue in beiden Richtungen Behinderung durch Neugierige, Gefahr, Unfall
via swissinfo

Ganz zufällig aufgeschnappt – das habe ich sonst noch nirgendwo gelesen:
Die zentralen Elemente, die das Entstehen dieses Ökosystems ermöglichten, hat Sun Microsystems Mitte der 1990er Jahre der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Neben guter Software brauchte es, um die Programmierer für Java zu begeistern, auch eine liberale Lizenzpolitik, deshalb hat Sun grosse Teile dieser Software freigegeben. Doch dann wurde Sun von Oracle übernommen, und Oracle möchte nun das geistige Eigentum, das in Java steckt, zu Geld machen.
via NZZ Online
Wird das ein Beispiel mehr, welchen “Segen” der Neoliberalismus so mit sich bringt? Es wird zwar immer behauptet, der Liberalismus führe dazu, dass “der Markt” entscheiden könne. Nur stimmt das ja so nicht – entschieden wird durch finanzstarche Firmen, die andere aufkaufen und zu Monopolisten werden – und dann alle “Spielregeln” bestimmen können. Der “Liberalismus” liegt dann dort, dass man sich (als Programmierer in diesem konkreten Fall) halt nach Alternativen umsehen wird.

Da hat der Qualitätsjournalismus wieder einmal heftig zugeschlagen – oder ist die Redaktion zur Zeit nur von Lehrlingen besetzt und die Chefredaktion in den Ferien oder auf Studienreise?
Zum Schwingerfest richten sich die Puff-Besitzer der Region auf einen Ansturm ein. Angst vor starken Männern haben sie keine.
via tagesanzeiger.ch
Da auch 20minuten zum Tamediakonzert gehört, muss diese wichtige Nachricht natürlich auch noch dort verbreitet werden – dort macht man sogar noch das überaus lustige Wortspiel mit Schwinger und Swinger. Einfach nur noch peinlich!

Die Leserkommentare sind sehr unterschiedlich, um nicht zu sagen, sehr dualistisch. Die einen finden diese Idee fantastisch und toll, die anderen aber ganz und gar nicht oder sogar eine Verschandelung der Natur.
Die Stockhornbahn will dem markanten Berg bei Thun eine Art Nasenpiercing verpassen. Sie will unterhalb des Gipfels einen begehbaren Ring aus Stahl und Glas im Felsen verankern
via 20 Minuten Online
Ich kann mich auch nicht so recht für dieses Projekt erwärmen. Braucht die Natur wirklich solche “Anreicherungen”, damit sie attraktiv genug ist, um Touristen anzulocken? Klar kann man sagen, der Bergbahn-Boom vor etwa 100 Jahren hatte ja genau das selbe Ziel. Nun gut, da ging es auch um Transport – bei diesem “Nasenpiercing” geht es aber nur um die sogenannte Attraktivität allein, damit mehr Leute aufs Stockhorn kommen und den Nervenkitzel “geniessen” können. Wie gesagt, ich bin da eher skeptisch.

Immer deutlicher wird, was für eine Partei die SVP wirklich ist – einen solchen politischen Kindergarten hat man bisher noch nicht gesehen und diese Partei scheint alles immer wieder noch zu toppen.
Die SVP will am 22. September zuerst den Sitz der SP attackieren und – sollte sie damit erfolglos bleiben – danach jenen der FDP. Bisher will sich einzig der Aargauer Nationalrat Ulrich Giezendanner eine Kandidatur überlegen. Wie die Kantonalpartei am Donnerstag mitteilte, entscheidet sich der 56-Jährige in den nächsten Tagen.
via 20 Minuten Online
Die SVP hat ja ihre 2 Bundesräte und Bundesrätinnen. Es waren sie selber ja, die Widmer-Schlumpf aus der Partei ausgeschlossen haben. Damals, als diese gewählt wurde, war sie noch Mitglied der SVP. Mich erstaunt schon, wie lange dies Lachnummer-Partei sich noch auf dem politischen Parkett der Schweiz halten kann – ich glaube und hoffe kaum, dass diese bei den nächsten Wahlen wirklich noch Wähler findet. Einfach lachhaft das Ganze.

Bei der bevorstehenden Bundesratswahl, wo 2 neue Mitglieder in dieses Gremium gewählt werden müssen, stehen also zwei Leute aus dem Parlament zuoberst auf der Liste, die beide aus dem Kanton Bern kommen. Und schon regt sich wieder der Kantönligeist. Obwohl die beiden – Sommaruga und Schneider-Ammann – beide als sehr valable Kandidaten gelten, gibts nun Widerstand, weil der Bundesrat mit zwei Bernern so “nach Westen” rücken würde. Offenbar hat man schon wieder vergessen, dass gar nicht vor langer Zeit zwei Züricher im Bundesrat waren (Blocher und Leuenberger). Wann schneidet man endlich diesen Kantönli-Zopf ab und schaut darauf, dass die fähigsten Kandidaten gewählt werden und nicht diejenigen, die den richtigen Geburtsschein oder die richtige Niederlassungsbewilligung haben?

Nichts anderes habe ich gestern geschrieben und meine Zweifel geäussert, dass ein Blitzschlag zum Absturz des Flugzeug führte.
Blitzeinschläge in Flugzeuge sind nichts Ungewöhnliches. Ob beim Crash auf der Karibikinsel San Andres tatsächlich ein Blitz die direkte Unfallursache ist, muss sich erst weisen.
via tagesanzeiger.ch
Im Artikel steht jetzt sogar, dass in der Vergangenheit ein Blitzschlag noch nie Primärursache für einen Absturz gewesen sei. Gestern wurde die Meldung also, dass ein Blitzschlag die Ursache sei, quasi bereits als erwiesene Tatsache übermittelt – heute kommen die Zweifel (auch den Medien). Und mir kommen wieder mal die Zweifel, was es eigentlich bringt, wenn Online-Medien einfach Agentur-Meldungen abschreiben ohne auch nur ein wenig zu recherchieren. Wo bitte ist da noch Qualität?
