27. August 2008, 21:22
tin
Immer wieder frage ich mich, was der Autor oder die Autorin mit seinem, mit ihrem Blog eigentlich will – oder anders gefragt: Zu welcher Kommunikationsstruktur soll man einen Blog rechen? Ist es ein Monolog: Die Beiträge sind also geschrieben, damit der Besucher dies nur lesen kann, es gibt also keine Möglichkeit einer öffentlichen Rückmeldung. Oder soll ein Blog eine Einladung zum Dialog sein: Mit der Kommentarfunktion kann auf die Beiträge reagiert werden. Bei vielen Blogs ist das der Fall – aber oft stehen die Leser mit ihren Kommentaren letztlich im Leeren, weil dann keine Reaktion des Autors mehr geschieht. Somit ist es trotz eingeschalteter Kommentarfunktion doch eigentlich nur ein Monolog. Natürlich gibt es viele Autoren und Autorinnen, die auf einen Kommentar selber auch wieder reagieren – nur so kommt ein Dialog zustande, wobei ich oft sehe, dass sich eine solche Diskussion sehr schnell “zu Tode läuft”. Es gibt 4 oder 5 Kommentare (manchmal mehr), aber dann ist das Thema längst erschöpft und unterdessen wurden schon wieder neue Beiträge veröffentlicht. Zusammenfassend bin ich zur Erkenntnis gekommen: Blogs sind doch im Grunde nur Monologe.

25. August 2008, 10:37
tin
Warum ist es so schwer, Meinungen und Ansichten von anderen Menschen zu akzeptieren? Es geht ja nicht darum, diese anderen Meinungen und Ansichten zu den eigenen machen zu müssen – es geht “nur” darum einzusehen, dass die eigenen Ansichten und Meinungen eben nicht die allein gültigen und wahren sind und dass es daneben auch noch andere mögliche Antworten auf Fragen und Probleme gibt. Warum kann und will man diese anderen Möglichkeiten nicht akzeptieren?
Es hat wohl verschiedene Gründe. Einer davon könnte auch sein, in den eigenen Meinungen und Ansichten selbst nicht sicher zu sein. Andere Meinungen und Ansichten verunsichern also die eigenen – darum hält man sich um so sturer und starrer daran fest und verteidigt sie vehement.
In der Blogwelt scheint dieses Phänomen immer wieder aufzutreten, krass wird es dann, wenn andere Ansichten und Meinungen, die in Kommentaren geäussert werden können, nicht akzeptiert und dann auch gelöscht werden – oder erst gar nicht zugelassen werden.
Ein solches Vorgehen ist für mich kein Zeichen der Stärke (weil da jemand seine Macht ausspielt und andere ausschliessen kann), sondern es ist für mich eindeutig ein Zeichen der Schwäche – “weil nicht sein kann, was nicht sein darf” – letztlich sind solche Menschen eigentlich zu bedauern.

23. August 2008, 21:04
tin
Ein Blogger nimmt sich unter dem Titel “Zensur” der ganzen Geschichte von opponent an. Aber selber werden weiterhin Kommentare zensuriert und schreibt schlicht Unwahres geschrieben
ich gehöre eben zu denen, die Kommentare im eigenen Blog löschen und Kommentatoren, die sich nie zur Sache äußern, aber von persönlichen Angriffen auf andere nicht genug bekommen können, sperre.
Selbstverständlich habe ich mich jeweils “zur Sache” geäussert – “nie” stimmt nun definitiv einfach nicht. Unter “persönlichen Angriffen” versteht die Autorin ganz offenbar den Umstand, wenn man anderer Meinung ist als sie.
Aber wahrscheinlich wird dieser Beitrag hier ebenfalls wieder als “persönlicher Angriff” abgebucht. Es ist halt bequemer, Kommentare zu löschen oder zu verhindern, als sich den Fragen anzunehmen und in eine Diskussion einzutreten.

19. August 2008, 11:01
tin
Wie ich jetzt nach einem Email-Austausch merke, gilt die “Free Speech Online” Kampagne nur einseitig. Das heisst, “Free Speech Online” bezieht sich nur auf einen Blog und dessen Gestaltung. Ein Blogschreiber oder eine Blogschreiberin soll darin eben “alles” schreiben können dürfen – und gleichzeitig aber alles löschen dürfen, was nicht passt. Somit gilt “Free Speech Online” nicht für Kommentare und Kommentatoren – gilt also nur einseitig. Die Auskunft oder Empfehlung dazu: Mache einen eigenen Blog und dort darfst du dann “alles”. Hmm – die Kampagne finde ich so irgendwie komisch – man nimmt für sich Freiheiten, die man anderen nicht gewährt. Ist das wirklich Freiheit? Nein, das geht für mich zu sehr in Richtung Zensur.

16. August 2008, 15:44
tin
Auf einem Blog habe ich in einem Kommentar Fragen gestellt:
Jetzt musst du mir aber einmal wirklich erklären, warum du denn bloggst und welchen Zweck die Kommentarfunktion in (d)einem Blog hat. Und was sind denn für dich Kommentare? Ist denn die Kommentarfunktion nicht auch eine Einladung zur Diskussion?
Aber wenn du in einem anderen Kommentar an mich schreibst:
“Es dreht sich hier nicht darum, mit mir oder den hier publizierten Meinungen einverstanden zu sein.”
Ja was denn? Muss ich denn daraus schliessen, dass Diskussion für dich nur ein Austausch mit solchen Leuten ist, die “mit dir und den hier publizierten Meinungen einverstanden sind”? Unter Diskussion verstehe ich aber auch ein Gespräch mit anderen Meinungen und Ansichten. Du nicht?
Die Antwort, die ich darauf vom Blogger bekommen habe:
Du langweilst schon wieder. Ich werde weitere Kommentare von dir löschen oder direkt in den Spamfilter einspeisen müssen, es sei denn, du fängst über deine Nasenspitze hinaus zu denken an.
Wenn man also anständig Fragen stellt, dann “langweilt” man und man wird ausgesperrt und kann keine weiteren Kommentare mehr schreiben.
Da frage ich mich schon, warum die Autorin so handelt – andere Meinungen, andere Ansichten sind also doch nicht erlaubt. Und nicht einmal Fragen dazu. Dabei gibt es auf diesem Blog einen Button “Free Speech Online“. Dieser Button steht aber in völligem Widerspruch zur Haltung des Bloggers.

1. August 2008, 13:54
tin
Zur Zeit gehen die Diskussionen hoch, warum in China den Journalisten der total freie Zugang zum Internet verweigert wird. Aber warum in die Ferne schweifen? Auch in der Blogsphäre wird zensuriert, werden Kommentare gelöscht oder wird Kommentatoren der Zugang verweigert.
Es ist wie immer: Man zeigt auf die anderen – aber tut genau das, was man anderen vorwirft. Die Psychologie nennt das Projektion – man projiziert den eigenen Mangel in die anderen und bekämpft es beim anderen. Sogar der Bibel war dieses Phänomen bekannt: Man “behandelt” lieber den Splitter im Auge des anderen, als den Balken im eigenen wahrzunehmen. Wenn man solche Autoren oder Autorinnen darauf aufmerksam macht, gilt man sofort als arrogant und es werden Massnahmen (bis hin zur Zensur) ergriffen. Mit anderen Worten: Die Projektion setzt sich fort.
